Schlittenarten im Überblick: 12 Typen einfach erklärt
Vom klassischen Davoser über Lenkschlitten und Bobs bis zum kompakten Porutscher: Schlitten unterscheiden sich deutlich bei Material, Steuerung, Sitzposition und Einsatzzweck. Dieser Überblick zeigt, welche Schlittenart zu Kindern, Erwachsenen oder Familien passt.
Welche Schlittenarten gibt es?
Zu den klassischen Bauarten gehören Davoser, Hörnerschlitten und Rodel aus Holz. Daneben gibt es Kunststoffbobs, Lenkbobs, Snowracer, Zipfelbobs, Porutscher, Schneereifen sowie besondere Modelle für Babys, Familien oder platzsparende Lagerung. Welche Variante passt, hängt vor allem von Alter, Personenanzahl, Hang, gewünschter Kontrolle und Transport ab.
Einige Begriffe beschreiben die Konstruktion, andere eher die Zielgruppe. Ein Familienschlitten kann beispielsweise gleichzeitig ein langer Holzschlitten sein; ein Kinderschlitten kann als Bob, Rodel oder Modell mit Rückenlehne gebaut sein. Deshalb lohnt es sich, zuerst den Einsatzzweck zu klären.
Welche Schlittenart passt zu welchem Einsatz?
Für traditionelle Holzbauweise und feste Schneedecken.
Mit Lenkrad oder lenkbarem Frontski.
Leicht zu tragen, aber mit wenig Komfort.
Mehr Sitzfläche und passende Gesamtbelastung.
Schlittenarten in der Vergleichstabelle
Die Tabelle zeigt typische Eigenschaften. Einzelne Modelle können davon abweichen.
| Schlittenart | Typisches Material | Steuerung | Gut geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|---|---|
| Davoser | Holz/Metallkufen | Gewicht und Füße | Klassische Freizeitfahrt | Starrer, oft sperriger Rahmen |
| Hörnerschlitten | Holz/Metallkufen | Gewicht und Füße | Guter Halt, längere Modelle | Keine separate Bremse |
| Tourenrodel | Holz/Metall | Aktive Gewichtsverlagerung | Naturrodelbahnen, geübte Fahrer | Fahrtechnik erforderlich |
| Snowracer | Stahl/Kunststoff | Lenkrad und Frontski | Sportliche, kontrollierte Fahrt | Größer und schwerer |
| Lenkbob | Kunststoff | Lenkrad, häufig Handbremse | Kinder und Jugendliche | Belastbarkeit/Altersangabe prüfen |
| Kunststoffbob | Kunststoff | Hebel, Füße oder Gewicht | Kurze Freizeithänge | Kontrolle variiert stark |
| Zipfelbob | Kunststoff | Gewicht, zentraler Griff | Kompakter Transport | Keine separate Bremse |
| Porutscher | Kunststoff/Schaum | Gewicht und Füße | Spontane, kleine Hänge | Wenig Schutz und Komfort |
| Schneereifen | Kunststoffhülle/Luft | Kaum gezielt steuerbar | Breite, freie Flächen | Dreht sich, langer Auslauf nötig |
| Babyschlitten | Holz oder Kunststoff | Wird langsam gezogen | Kleinkinder unter Aufsicht | Nicht für schnelle Abfahrten |
| Familienschlitten | Je nach Bauart | Modellabhängig | Mehrere Personen | Gesamtgewicht beachten |
| Klappschlitten | Holz oder Aluminium | Modellabhängig | Wenig Stauraum, Transport | Verriegelung vor jeder Fahrt prüfen |
Die 12 wichtigsten Schlittenarten im Detail
Davoser Schlitten
Der Davoser ist ein klassischer Holzschlitten mit Lattensitz, starrem Rahmen und Metallkufen. Er wird über Gewichtsverlagerung und Fußkontakt gesteuert und eignet sich vor allem für traditionelle Freizeitfahrten.
- klassische Holzbauweise
- verschiedene Längen
- häufig ohne separate Bremse
Hörnerschlitten
Die nach oben gezogenen vorderen Kufen bilden die charakteristischen Hörner. Sie bieten eine zusätzliche Haltemöglichkeit. Lange Varianten können für Erwachsene oder mehrere Personen ausgelegt sein.
- markante Hörner
- oft aus Holz
- Gesamtbelastung prüfen
Tourenrodel
Tourenrodel sind häufig flexibler als starre Davoser konstruiert. Dadurch lassen sie sich auf längeren Naturrodelstrecken aktiver über Gewicht und Beine steuern.
- für längere Abfahrten
- fahraktive Konstruktion
- Übung sinnvoll
Rennrodel
Sportlich ausgelegte Freizeitrodel setzen den Schwerpunkt auf direkte Reaktion und dynamisches Fahren. Sie sind nicht automatisch mit olympischen Spezialschlitten für eine Kunstbahn gleichzusetzen.
- sportlicher Einsatz
- für erfahrenere Fahrer
- Strecke und Tempo beachten
Lenkschlitten und Snowracer
Ein lenkbarer Frontski wird über ein Lenkrad bewegt. Viele Modelle besitzen außerdem eine Fußbremse. Stahlrahmen machen sie häufig größer und schwerer als einfache Kunststoffbobs.
- direkte Lenkung
- häufig mit Bremse
- mehr Stauraum nötig
Lenkbob
Lenkbobs kombinieren eine geformte Kunststoffschale mit Lenkrad oder Lenksystem. Durch die niedrige Sitzposition sind sie bei Kindern beliebt; Alter und Belastbarkeit variieren je nach Modell.
- niedrige Sitzposition
- intuitive Bedienung
- oft nur ein Sitzplatz
Kunststoffbob
Vom einfachen Sitzbob bis zur großen Schale gibt es sehr unterschiedliche Formen. Kunststoffbobs sind meist leicht und unkompliziert zu tragen. Lenkung und Bremswirkung hängen stark vom Modell ab.
- leicht zu transportieren
- viele Formen und Größen
- Kontrolle genau vergleichen
Zipfelbob
Ein kompakter Kunststoffgleiter mit zentralem Griff. Er wird durch Gewichtsverlagerung beeinflusst und mit den Füßen gebremst. Eine Rückenlehne oder separate Bremse fehlt normalerweise.
- sehr kompakt
- geringes Transportgewicht
- freie Strecke erforderlich
Porutscher und Schneerutscher
Die einfachste Schlittenart besteht aus einer kleinen Sitzfläche oder flachen Schaumplatte. Sie passt in fast jeden Kofferraum, bietet aber wenig Komfort, Abstand zum Untergrund und gezielte Steuerung.
- minimalistisch und leicht
- für kleine Hänge
- wenig Kontrolle
Schneereifen und Snowtubes
Aufblasbare Ringe oder Schläuche gleiten mit großer Auflagefläche über den Schnee. Sie können sich während der Fahrt drehen und sind nur begrenzt steuerbar. Deshalb brauchen sie breite, hindernisfreie Flächen.
- aufblasbar und lagerfreundlich
- weiche Sitzfläche
- langer freier Auslauf
Babyschlitten und Schlitten mit Lehne
Diese Modelle sind auf das langsame Ziehen kleiner Kinder ausgelegt. Rückenlehne, Sitzposition und gegebenenfalls ein vorgesehenes Gurtsystem stehen im Vordergrund – nicht schnelle Abfahrten.
- für beaufsichtigtes Ziehen
- Lehne und angepasster Sitz
- Altersangabe beachten
Klappschlitten
Klappbare Holz- oder Aluminiumschlitten sparen bei Transport und Lagerung Platz. Der Mechanismus muss vollständig einrasten und vor jeder Fahrt auf festen Sitz geprüft werden.
- platzsparend
- Holz oder Aluminium
- Verriegelung kontrollieren
So findest du die richtige Schlittenart
Schlittenarten für Kinder, Erwachsene und Familien
Für Kinder
Alter, Bedienbarkeit und eine erreichbare Bremse sind wichtiger als maximale Geschwindigkeit. Für kleine Kinder kommen spezielle Sitz- und Lehnenmodelle infrage.
Kinderschlitten ansehen →Für Erwachsene
Sitzlänge und dynamische Belastbarkeit müssen zum Körpergewicht passen. Lange Holzrodel, robuste Lenkschlitten oder leichte Alumodelle sind typische Optionen.
Erwachsenenschlitten ansehen →Für Familien
Bei mehreren Personen zählen nutzbare Sitzfläche und zulässiges Gesamtgewicht. „Zweisitzer“ bedeutet nicht, dass jede Person die volle Belastungsangabe nutzen darf.
Familienschlitten ansehen →Wo liegt der Unterschied?
Im Alltag werden Rodel und Schlitten oft synonym verwendet. Im Fachhandel bezeichnet „Rodel“ häufig eine flexiblere, fahraktivere Konstruktion, während klassische Davoser Schlitten meist einen steiferen Rahmen besitzen. Eine überall verbindliche Abgrenzung gibt es nicht.
Unabhängig von der Schlittenart wichtig
Vor dem Kauf prüfen
- dynamische Belastbarkeit
- passende Alters- und Größenangabe
- saubere, kantenfreie Verarbeitung
- Lenkung und Bremse passend zum Können
- ausreichende Sitzfläche
Vor jeder Fahrt prüfen
- Kufen, Rahmen und Verbindungen
- Bremse und Lenkung
- freie, geeignete Strecke
- Helm, Handschuhe und feste Schuhe
- Abstand und angepasstes Tempo
Weiterführend: 10 Rodel-Empfehlungen des Deutschen Alpenvereins.
FAQ zu Schlittenarten
Welche Schlittenarten gibt es?
Welche Schlittenart ist für Kinder geeignet?
Welche Schlittenart eignet sich für Erwachsene?
Was ist besser: Holz- oder Kunststoffschlitten?
Welche Schlittenart lässt sich am besten lenken?
Welche Schlittenarten sind besonders platzsparend?
Welche Schlittenart eignet sich für zwei Personen?
Fazit: Die richtige Bauart folgt dem Einsatzzweck
Für klassisches Schlittenfahren passen Davoser und Hörnerschlitten, für direkte Lenkung Snowracer oder Lenkbob. Zipfelbob und Porutscher punkten beim Transport, während Familien auf Sitzlänge und Gesamtbelastung achten sollten. Vergleiche deshalb zuerst Zielgruppe, Strecke, Kontrolle und Stauraum – und erst danach einzelne Modelle.
